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Unsere Stadt der Zukunft

BürgerInnenrat, BBSM und Verwaltung

Visionen für Großräschen und Altdöbern

 

Die Großräschener Stadtverordneten und der Gemeinderat von Altdöbern haben Anfang  2022 aus vielen interessierten Bewerberinnen und Bewerbern jeweils vier Damen und vier Herren für den BürgerInnenrat der Landesinitiative „Meine Stadt der Zukunft“ gewählt. In 6 Terminen und mit der Unterstützung von Experten haben diese 16 Freiwilligen für Großräschen und Altdöbern die Themen Wohnen, Mobilität, Zentren und Seeufer diskutiert.

 

Die Ergebnisse der 600 Arbeitsstunden wurden am 3. September 2022 im Kurmärker-Saal dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, der Presse, den Verwaltungsmitarbeitern und den Abgeordneten der Kommunen vorgestellt.

 

Das Abschlussdokument spiegelt die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses wider und macht Vorschläge hinsichtlich der Gestaltung lebenswerter Wohnquartiere, der Belebung und Stärkung der Zentren, zukunftsfähiger Mobilitätslösungen und der weiteren Entwicklung an den Seeufern in Großräschen und der Gemeinde Altdöbern. Während des Beteiligungsprozesses wurde der Bürger:innenrat fachlich durch die Verwaltungen beider Kommunen, themenbezogene Expertinnen und Experten, Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und eine externe Moderation begleitet.  Durch die gemeinsame Betrachtung von Großräschen und Altdöbern sind viele Ideen und Maßnahmen entstanden, die sich über die Gemeindegrenzen hinaus ergänzen und die gemeinsamen Entwicklung im Lausitzer Seenland im Blick haben. Der Bürger:innenrat hat dadurch aufgezeigt, wie Großräschen und Altdöbern in Zukunft noch stärker zusammenarbeiten können.

 

Abschlussdokument

 

Die dargestellten Maßnahmen stellen die Wünsche des Bürgerinnen:rates für Großräschen und Altdöbern dar. Das Abschlussdokument hat keine bindende Wirkung für die Arbeit der Verwaltungen oder kommunalpolitische Entscheidungen. Es wurde jedoch in der Stadtverordnetenversammlung und in Gemeindevertretung wohlwollend zur Kenntnis genommen und findet Berücksichtigung bei der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) der Stadt Großräschen sowie bei der Erarbeitung eines Integrierten Gemeindeentwicklungskonzept (INGEK) für Altdöbern

 

Beim Thema Wohnen standen für Großräschen das Malerviertel und die Nordstadt und für Altdöbern das neue Wohngebiet „Jauersche Straße“ am Altdöberner See im Mittelpunkt. Für den Norden Großräschens wünschen sich die BürgerInnen ein energetisches Quartierskonzept, neue Wohnformen auf Rückbauflächen (z.B. Reihenhäuser) und ein Entwicklungskonzept für das FEZ. Die Jauersche Straße konnte ganz neu gedacht werden. Hier wünscht man sich ein verkehrsberuhigtes, grünes und CO2-neutrales Wohngebiet für alle Generationen und Einkommensschichten. Seewasserthermie wurde als Wärmequelle vorgeschlagen. 

 

Nachhaltigkeit, Regionalität, Familienfreundlichkeit und Barrierefreiheit waren den ehrenamtlichen Planern bei allen Themen sehr wichtig. Für die Mobilität waren der ÖPNV und die Radwege, Beschilderungen und Wegebeziehungen besonders wichtig. Die Gestaltung und Weiterentwicklung beider Bahnhöfe als Ankunftsort wurden als Schwerpunkt gesetzt.

 

Zentren Für das Zentrum Altdöbern wird eine Aussichtsplattform mit temporärer Gastronomie und Toilette am Seecontainer der LMBV gewünscht. Die Wegeverbindung zum See soll aufgewertet werden und ein Spielplatz soll entstehen. Die Verschönerung des Parkeingangs und eine Flaniermeile an der Marktwestseite bis zum Schloss wurden vorgeschlagen. In beiden Kommunen wünscht man sich Verkehrsberuhigung, ein verbessertes Wochenmarktangebot und mehr regionale Produkte. Für Großräschen wurde ein Parkleitsystem im Zentrum diskutiert und bessere Verbindungen zum Bahnhof und See.

 

Für die Seen gibt es unterschiedliche Konzepte. Der Großräschener See soll durch Sportflächen am Strand und im östlichen Uferbereich attraktiver werden. Aufgrund des Klimawandels sind den Bürgern Schattenbereiche wichtig geworden. Am Stadthafen und am Strand sollen Bäume gepflanzt werden, damit sie zukünftig für Abkühlung sorgen können. Der Altdöberner See soll eher für ruhige und naturnahe Erholung stehen. Bademöglichkeiten, ein Spielplatz mit grünem Klassenzimmer, ein Naturcampingplatz, eine Fährverbindung nach Pritzen, ein schwimmendes Dorf und eine Marina mit Bootsverleih standen auf der Wunschliste. Für beide Seen wünscht man sich eine Busverbindung zwischen den Seeufern, mehr gastronomisches Angebot, öffentliche Toiletten und Mülleimer.

 

Frank Segebade vom Referat Stadtentwicklung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg und vom Lenkungskreis Energie und Klima hat das Förderprogramm „Meine Stadt der Zukunft“ mit ins Leben gerufen. „Die kommunalen Handlungsfelder sind eng verzahnt und machen auch an den Grenzen nicht halt. Deshalb sind die Integrierten Stadtentwicklungskonzepte (INSEK) so wichtig. Die Landesinitiative „Meine Stadt der Zukunft“ soll nicht nur zeitgemäße Bürgerbeteiligung stärken, sondern auch konkrete Vorschläge bringen, z.B. wie Klimaschutz, vitale Innenstädte, Digitalisierung und der Umbau der Wohnqualität vor Ort umgesetzt werden können. Die Ergebnisse werden nicht nur den 8 Modellkommunen weiterhelfen. „Klassentreffen“ der Modellstädte zum Austausch und Fachkonferenzen für alle Brandenburger Kommunen tragen die Erkenntnisse weiter.“

 

Das Ministerium, die Verwaltungen und die Abgeordneten haben ein mit dem BürgerInnenrat abgestimmtes 60-seitiges Abschlussdokument überreicht bekommen. Es wurde von der begleitenden Agentur B.B.S.M. (Brandenburgische   Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH) erstellt. Dort wird der BürgerInnenrat zitiert: „Mit dem vorliegenden Abschlussdokument unseres Charrette-Prozesses möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass noch mehr Menschen sagen: „Großräschen und Altdöbern sind meine Zukunft“. „

 

Die BürgerInnen möchten auch nach dem Modellprojekt an der Umsetzung ihrer Ideen teilhaben. Deshalb soll es Folgeveranstaltungen und Einladungen zu Gemeinderatssitzungen und Stadtverordnetenversammlungen geben.