Ankerbergung im Großräschener See: Anspruchsvoller Taucheinsatz in 15 Metern Tiefe

Meldung aus Großräschen
v.l.n.r. Thomas Zenker, Daniel und Domenic Förster, Lutz Kolanowski, Gerd Kockejei, Uwe Gabbert (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: v.l.n.r. Thomas Zenker, Daniel und Domenic Förster, Lutz Kolanowski, Gerd Kockejei, Uwe Gabbert

Ein vierköpfiges Team hat den 35 kg schweren Anker sowie die 50 m lange und rund 200 kg schwere Ankerkette der „Wilden Ilse“ aus dem Großräschener See geborgen und dem Lausitzer Schifffahrtsverein e. V. übergeben. Der Anker war nach einer Havarie in etwa 15 Metern Tiefe in der Fahrrinne festgeraten und konnte nicht mehr maschinell gehoben werden. Er hatte sich in einem unter Wasser liegenden Baum samt Ästen verhakt. Die Position konnte durch das Ilseseesportvereins-Mitglied Daniel Engler erfreulicherweise genau bestimmt werden.
Die Taucher Gerd Kockejei und sein Tauchbuddy Lutz Kolanowski wurden von Daniel und Domenic Förster im Sicherungsboot unterstützt, die die Taucher von der Oberfläche aus sicherten. Ein Alleintauchgang kommt aus Sicherheitsgründen nicht in Frage, da Einsätze dieser Art sorgfältig vorbereitet werden müssen. Die Arbeit unter Wasser wurde durch aufgewirbelte Sedimente erschwert.
Für Gerd Kockejei ist dies bereits der zweite Anker, den er im Rahmen seiner „Taucherkarriere“ erfolgreich geborgen hat. Anders als im Senftenberger See, wo die Sichtweite nah der Fahrrinne am Untergrund nur rund zehn Zentimeter betrug, waren die Bedingungen im Großräschener See etwas günstiger – dennoch bleibt die Suche nach Gegenständen unter Wasser anspruchsvoll. Der Großräschener See ist an seiner tiefsten Stelle etwa 47 m tief. Der Freienhufener Unternehmer Gerd Kockejei ist Professional Assistant Instructor beim Tauchverband SSI. Er plant, in der nächsten Saison ein Tauchcenter zu eröffnen, und hat die notwendigen Anträge bereits eingereicht.
Uwe Gabbert und Thomas Zenker vom Lausitzer Schifffahrtsverein e. V. freuten sich, dass der Original-Anker wieder am historischen, gut restaurierten Fahrgastschiff von 1938 befestigt werden kann. Die „Wilde Ilse“ bietet öffentliche Rundfahrten über den Großräschener See an, unter anderem vorbei an der „Weißen Stadt“ Großräschen, den IBA-Terrassen, dem Weinberg, der Seebrücke, dem Ilse-Kanal mit den orangen Stelen und dem Naturschutzgebiet Ilse-Weiher. Sie ist derzeit das einzige Schiff, das durch die Überleiter zu den Nachbarseen passt. Zuletzt wurde in eine Bordtoilette investiert.


Der Fahrplan: samstags und sonntags um 13:15 Uhr und 14:30 Uhr. Charterfahrten für Gruppen sind auf Anfrage möglich. Tickets sind in der Touristinformation Großräschen, bei iba-aktiv-tours oder online erhältlich.